Start Allgemeines Bluebay: „Die USA landen sanft, doch rutscht Europa in eine neue Finanzkrise?“

Bluebay: „Die USA landen sanft, doch rutscht Europa in eine neue Finanzkrise?“

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Die schlechten Wirtschaftsnachrichten für die europäischen Volkswirtschaften reißen nicht ab, schreibt Mark Dowding, Chief Investment Officer beim Vermögensverwalter Bluebay, in seinem aktuellen Marktkommentar. Er sieht bessere Chancen bei US-Anlagen.

Das jährliche Wirtschaftssymposium der Fed in Jackson Hole stand in der vergangenen Woche im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit der Anleger. Dowding: „Wir gehen jedoch davon aus, dass sich der Vorsitzende Jerome Powell in seiner heutigen Rede nicht allzu sehr zu den Zinsaussichten äußern wird. Die Renditen sind seit Ende letzten Monats, als wir darauf hingewiesen hatten, dass der FOMC im Zuge der Lockerung der Finanzbedingungen unruhig geworden war, erheblich gestiegen.“

Die Fed hat bereits mitgeteilt, dass sie sich in einem datenabhängigen Modus befindet. Daher werde die Entscheidung, ob sie die Zinsen auf der Sitzung im September um 75 oder 50 Basispunkte anheben wird, von den in den nächsten Wochen eingehenden Informationen über die Inflation und die Beschäftigtenzahlen abhängen. „Im Großen und Ganzen bezweifeln wir, dass Powell zum jetzigen Zeitpunkt viele Prognosen abgeben kann und die Entwicklung der Zinssätze wird letztendlich davon abhängen, wie schnell der Inflationsdruck in den kommenden Monaten nachlassen wird“, so Dowding.

In Europa lassen die steigenden Energiepreise die Inflationsprognosen weiter in die Höhe schnellen. Sollte sich der Gesamtpreisanstieg in den zweistelligen Bereich bewegen, könnten die Realeinkommen um zehn Prozent zurück gehen. Als Faustregel könnte dies durchaus zu einem Rückgang des Bruttoinlandprodukts (BIP) um etwa vier Prozent führen, wenn die Konsumaussichten zugrunde gelegt werden. Daher bestehe das Risiko, dass die sich abzeichnende Rezession aus wirtschaftlicher Sicht so schwerwiegend sein könnte wie die nach der Finanzkrise im Jahr 2008 .

Versuche, dies zu mildern, indem die Staatsbilanzen zur Begrenzung der Energiepreise genutzt werden, könnten die Haushaltsdefizite um rund vier Prozent erhöhen und diese in den europäischen Volkswirtschaften auf ein Niveau zwischen acht bis zehn Prozent treiben, es sei denn, die Gaspreise können auf das Niveau von 2021 zurückkehren. Dies hängt eindeutig von der Beendigung der Feindseligkeiten in der Ukraine und der Aufhebung der russischen Sanktionen ab, aber es ist sehr schwierig, dieses Ergebnis in absehbarer Zeit zu prognostizieren.

„Natürlich könnten sich die Aussichten schlagartig ändern, wenn wir hören, dass Putin seine Truppen abziehen und auf Frieden drängen will. Abgesehen davon halten wir es jedoch für richtig, insgesamt eine vorsichtige Haltung einzunehmen und wir sehen weiterhin bessere Chancen in USD-Anlagen im Vergleich zu ihren europäischen Pendants. Am Devisenmarkt machte der Dollar Schlagzeilen, als er im Laufe der Woche unter die Parität zum Euro fiel. Aufgrund der divergierenden Fundamentaldaten vermuten wir, dass der USD-Trend noch weiter anhalten könnte.

Aufgrund des hohen US-Leistungsbilanzdefizits und der überzogenen PPP-Bewertung des Greenback sind wir jedoch vorsichtig, wenn es darum geht, bestehende Dollar-Long-Positionen aufzustocken. Andernorts bleiben wir bei unserer zurückhaltenden Einschätzung des Pfunds (und aller anderen britischen Vermögenswerte). Wir bleiben auch gegenüber dem polnischen Zloty und der tschechischen Krone negativ eingestellt und erwarten, dass sich die makroökonomischen Divergenzen in den kommenden Monaten stärker in den relativen Devisenbewertungen niederschlagen werden“, so Dowding abschließend. (DFPA/JF1)

Bluebay Asset Management LLP ist Spezialist für Fixed-Income-Management. Das Unternehmen mit Sitz in London verwaltet per Ende Dezember 2021 mehr als 128 Milliarden US-Dollar für institutionelle Anleger und Finanzinstitute. Bluebay hat Niederlassungen in Großbritannien, der Schweiz, Deutschland, Luxemburg, den USA, Japan und Australien. Bluebay Asset Management befindet sich zu 100 Prozent im Besitz der Royal Bank of Canada und ist Teil von RBC Global Asset Management.

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