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Die Nachteile der Anlageform Gold

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Gold gilt den Anhängern des gelben Edelmetalls als absolut krisensicher. Trotzdem: Privatanleger sollten höchstens einen kleinen Teil ihres Vermögens in Gold stecken. Denn Gold hat viele Nachteile.

Gold gilt den Anhängern des gelben Edelmetalls als absolut krisensicher. Ihre Argumente: Es werde seit Jahrtausenden von der Menschheit geschätzt. Es habe Kriege, Depressionen und mehrere Währungsreformen überstanden. Anders als unser Papier- oder Buchgeld sei es etwas Handfestes von echtem Wert. Vor allem kann es, anders als Papiergeld, nicht beliebig vermehrt werden. Und: Für eine Unze Gold habe man sich vor Jahrzehnten schon einen guten Anzug leisten können – und heute könne man es noch immer.

All das mag stimmen. Nur: Gold wird dadurch nicht zu einer Geldanlage, in die Privatanleger größere Teile ihres Vermögens stecken sollten. Denn Gold hat viele Nachteile.

Gold zu kaufen, ist teuer

Aufgrund des Kursanstiegs in den Jahren von 2000 bis 2011 ist Gold trotz des nachfolgenden Einbruchs um ein Drittel bis zum Jahr 2013 immer noch relativ teuer. Die Nachfrage ist enorm, nicht nur bei Privatanlegern, sondern auch bei Staaten wie China. Allerdings gilt: Es gibt keine Garantie, dass die Preise weiter steigen. Im Gegenteil! Die Kursverluste, zuletzt im Jahr 2013, haben gezeigt, dass der Goldpreis auch schnell fallen kann. Auch beim Kauf (und späteren Verkauf) anfallende Aufschläge und Gebühren kann die Geldanlage in Gold zu einer teuren Angelegenheit machen. Anleger sollten etwa berücksichtigen, dass Händler in aller Regel geringere An- als Verkaufspreise festsetzen. Das bedeutet, ein Kunde der beispielsweise einen Goldbarren kauft und diesen sofort wieder verkauft, wird einen Verlust machen, da ihm nur der geringere Ankaufspreis gezahlt wird. Gerade bei kleinen Mengen (1 bis 5 Gramm) sind die anfallenden Aufschläge besonders hoch. Fünf 20-Gramm-Barren kosten also zusammen mehr als ein 100-Gramm-Barren.

Gold aufzubewahren, ist teuer

Das teure Edelmetall zu Hause im Wäscheschrank zu lagern, bedeutet ein hohes Risiko und sollte gut überlegt sein. Stattdessen können Anleger das Gold in einem Schließfach bei der Bank deponieren. Kostenlos ist das aber nicht zu haben. Außerdem muss geklärt sein, bis zu welcher Summe der Inhalt des Schließfachs versichert ist. Im Falle eines Falles reicht diese Deckung vielleicht nicht aus, eine zusätzliche Schließfachversicherung wird nötig. Auch das sind laufende Kosten, die Sie tragen müssen.

Gold birgt ein Währungsrisiko

Gold wird in US-Dollar gehandelt. Vereinfacht gesagt bedeutet dies, dass Sie beim Verkauf Ihres Goldes zunächst Dollar erhalten und diese dann in Euro umtauschen. Daher wirken Währungsschwankungen sich auf den Gegenwert in Euro aus. Das bedeutet: Wird der Dollar abgewertet, ergeben sich beim Wiederverkauf von Gold Nachteile für den Anleger, weil er weniger Euro für den Dollar bekommt. In diesem Fall können unter Umständen Verluste auftreten, obwohl der Goldkurs in Dollar gestiegen ist. Die positive Seite der Medaille: Falls der Dollar aufgewertet wird, profitieren Sie davon.

Gold bringt weder Zinsen noch Dividenden

Gold an sich ist nicht produktiv: Es erarbeitet keine Gewinne wie die Unternehmen, in die Aktionäre investieren. Und es zahlt keine Zinsen wie die Banken und Staaten, denen die Käufer von Anleihen oder Besitzer von Festgeldkonten und Sparbriefen ihr Geld leihen. Gewinne erzielen Sie nur, wenn der Goldkurs steigt und Sie dann verkaufen. Doch Vorsicht. Der Kursgewinn muss erst anfallende Kosten – zum Beispiel für ein Bankschließfach, eventuell anfallende Gebühren bei Kauf und Verkauf, gegebenenfalls entstehende Versandkosten, die Differenz zwischen An- und Verkaufspreis – übersteigen, bevor Sie wirklich einen Gewinn machen.

Der Goldkurs kann stark schwanken

Anleger müssen also hoffen, dass die Nachfrage nach Gold in der Zukunft steigt. Sollte sie nämlich fallen, dann fällt auch der Kurs. In der Vergangenheit waren starke Kursschwankungen keine Ausnahmen, sondern die Regel: Zwischen 1987 und 1999 halbierte sich der Goldkurs. Und auch innerhalb des Jahres 2008 sank der Kurs um rund 30 Prozent von 1.000 auf 705 US-Dollar je Feinunze (31,1 Gramm). Infolge der Finanzkrise hat der Goldkurs seit 2009 dagegen stark zugelegt. Im Juni 2010 erreichte er Werte von mehr als 1.250 US-Dollar, im Sommer 2011 gar von über 1.900 US-Dollar. Bis zum Juni 2014 sank er dann wieder auf 1.300 US-Dollar, im Jahr 2015 sogar unter 1.100 US-Dollar. Im Sommer 2018 liegt der Kurs bei knapp 1.250 US-Dollar. Es kam auch schon vor, dass Anleger 25 Jahre warten mussten, um ihren Einstiegskurs wieder zu erreichen. Wer mag da noch von einer sicheren Geldanlage sprechen?

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