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Merck Finck „Blitzlicht“: „Noch nicht am Wendepunkt – Wann ändert sich die Tonlage der Fed“

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Mit der für erwarteten Leitzinserhöhung der US-Notenbank Fed sind die Erwartungen der Marktteilnehmer für weitere Erhöhungen noch lange nicht erfüllt, schreibt Robert Greil, Chefstratege bei der Privatbank Merck Finck, im aktuellen Marktkommentar „Blitzlicht“.

Nachdem die im August auf 6,3 Prozent gestiegene US-Kerninflation höher als erwartet ausgefallen ist, preisen die Märkte nun eine am Ende um 20 bis 40 Basispunkte höhere Federal Funds Rate als bisher ein, erklärt der Experte. Damit rechnen die Future-Märkte jetzt nicht nur für die heutige und die nächste Fed-Sitzung am 2. November jeweils mit Erhöhungen um 75 Basispunkte, sondern mit noch einmal 50 Punkten für die Dezember-Sitzung. Das bedeutet, dass der US-Leitzins bis zum Jahresende insgesamt um 200 weitere Basispunkte steigen soll, bevor die Gangart dann voraussichtlich im ersten Quartal moderater werden wird, so Greil. Bereits für Mitte nächsten Jahres werde dann sogar schon eine erste Leitzzinssenkung in den USA eingepreist.

„Wir gehen jedoch davon aus, dass die Fed nach ihrem heutigen Zinsschritt nicht mehr ganz so vehement fortfahren wird, wie es derzeit der Future-Markt impliziert. Denn wir rechnen in den kommenden Monaten vor allem mit einem spürbaren Rückgang der US-Inflation – und auch mit moderateren amerikanischen Konjunkturdaten“, schreibt Greil. Das „Frontloading“, sprich vorgezogene größere Zinsschritte, auf das die Fed – ebenso wie die Europäische Zentralbank (EZB) – setzt, werde aus Sicht von Greil und seinem Team auch tatsächlich zu später überschaubareren Erhöhungen führen.

Für die Finanzmärkte werde es darauf ankommen, die Signale rechtzeitig und richtig zu deuten, denn die Fed dürfte ihre derzeit mehr oder weniger „maximal bremsende“ Geldpolitik wie üblich zunächst nur verbal abmildern, führt Greil aus. Noch sei die Inflation für ein solches Signal zu hoch, weshalb die Fed-Kommunikation noch nicht am Wendepunkt sei. „Dies könnte sich aber mit niedrigeren Inflationszahlen bereits im vierten Quartal ändern. Daher dürften sich aus unserer Sicht die Renditen von US-Staatsanleihen ihren Höchstständen nähern. Nächstes Jahr rechnen wir dann mit stabileren US-Zinstrends bei moderaterem Wachstum – sprich: Wir gehen in unserem Basisszenario nach wie vor, anders als für Europa, nicht von einer Rezession in den kommenden zwölf Monaten aus“, so Greil abschließend. (DFPA/JF1)

Merck Finck begleitet Vermögen von Privatkunden, mittelständischen Unternehmen sowie Institutionen wie Kirchen und Stiftungen. Von 13 Standorten aus werden unter anderem Private Banking- und Vermögensverwaltungsdienstleistungen angeboten. Merck Finck ist Teil der Quintet Private Bank, die mit örtlichen Banken an 45 Standorten in sechs europäischen Ländern vertreten ist und ein Kundenvermögen in Höhe von rund 100 Milliarden Euro verwaltet.

www.merckfinck.de